Suchmaschinenoptimierung (SEO) vs. Generative Engine Optimiziation (GEO)
Generative Engine Optimization (GEO) oder KICAO (KI-Chat-Antwort Optimierung, wie wir es bei der MHT gerne nennen) ist derzeit in aller Munde. Jeder möchte ich Antworten von ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity, CoPilot und Co namentlich genannt werden, wenn eine branchenspezifische Anfrage (der sogenannte Prompt) getätigt wird. Während GEO seit Aufkommen der KI-Chat-Systeme im Jahr 2022 geradezu gehypt wird, fristet das klassische SEO ein Schattendasein. In diesem MHT Digital Marketing Insights Beitrag wollen wir auf die Unterschiede zwischen GEO und SEO eingehen. Außerdem werfen wir einen möglichst obejektiven Blick darauf, für welche Firmen GEO sinnvoller ist und wer lieber weiterhin auf SEO setzen sollte.

Die Unterschiede zwischen SEO und GEO
1. Was ist SEO?
Da SEO mittlerweile ein „alter Hut“ ist, wollen wir uns nicht zu lange mit Suchmaschinenoptimierung aufhalten. Kurz gesagt wird bei der Suchmaschinenoptimierung versucht die Inhalte auf der eigenen Website so aufzubereiten, dass sie von Suchmaschinen (in erster Linie Google) gefunden und als relevant eingestuft werden. Die Optimierungsschritte (technisch, inhaltlich, strukturell) finden zu rund 90% auf der EIGENEN WEBSITE statt. Die restlichen 10% der Optimierungsschritte fließen in Backlinks – also Rückverweise auf die eigene Website.
Conclusio zu SEO: Die Optimierungsmöglichkeiten (z. B. interne Verlinkungen, Optimierungen der Headlines, Texte und Meta Descriptions sowie technische Maßnahmen zur Verbesserung der Ladezeit) liegen zu rund 90% in den eigenen Händen. Selbst Backlinks lassen sich durch hochwertige, lesenswerte und nützliche Inhalte auf eigenständige Art und Weise forcieren. Die einzige externe Unsicherheitsfaktor ist der Google Algorithmus, der allerdings immens gut erforscht ist.
2. Was ist GEO?
Bei Generative Engine Optimization wird versucht Maßnahmen zu ergreifen, um von KI-Chat-Systemen wie ChatGPT erfasst und als Quelle bzw. passende Lösung/Anbieter genannt zu werden. Diese Maßnahmen finden zum Teil auch auf der eigenen Website statt, allerdings mit (derzeit!) deutlich geringerer Erfolgsaussicht.
2.1 Warum genügen Maßnahmen auf der eigenen Website nicht für GEO?
Zunächst muss man verstehen, wie KI-Chat-Systeme funktionieren: Sie stützen sich bei der Beantwortung der Prompts zuerst auf ihre Trainingsdaten und erst in einem zweiten Schritt – nämlich wenn die Wahrscheinlichkeit auf eine plausible Antwort mit Hilfe der Trainingsdaten zu gering ist – auf eine Websuche. In der Websuche wiederum werden seriöse und vertrauenswürdige Quellen bevorzugt, wie beispielsweise Wikipedia oder Nachrichtenportale. Außerdem erhöht die Anzahl identischer Informationen im Netz die Chance von KI-Systemen als „korrekt“ eingestuft zu werden.
Conclusio zu GEO: Maßnahmen auf der eigenen Website zu ergreifen reicht in den allermeisten Fällen nicht aus, um eine Nennung von KI-Chat-Systemen zu forcieren. Die eigene Website weist nämlich weder die notwendige Vertrauenswürdigkeit auf, noch lässt sich mit ihr die Anzahl identischer Informationen erhöhen. Daher ist „Digitale PR“ notwendig, um gewünschte Informationen an mehreren voneinander unabhängigen Positionen im Netz zu verstreuen. Dazu zählen unter anderem Berichte in News-Portalen, Pressemitteilungen oder User-generierte Web-Inhalte (Reddit, Wikipedia, soziale Medien).
Schnittmengen zwischen SEO und GEO
Gute und nützliche Webinhalte sind nach wie vor der Schlüssel für Sichtbarkeit, sowohl für gute Rankings als auch für Erwähnungen in generativen KI-Systemen. „Nützlich“ heißt in diesem Zusammenhang, dass die Inhalte dem User einen Mehrwert liefern müssen, durch Information, Unterhaltung oder Inspiration.
Zudem ist es von Vorteil, als vertrauenswürdige Quelle mit Fachexpertise wahrgenommen zu werden. Da deckt sich das Google-Konzept E-E-A-T mit den Anforderungen von künstlichen Intelligenzen. Da die größte Schwachstelle von generativen künstlichen Intelligenzen nach wie vor sogenannte Halluzinationen sind, werden vertrauenswürdige Quellen künftig wohl eine noch wichtigere Rolle einnehmen als bisher.
Warum ist GEO zusätzlich komplexer als SEO?
Erschwerend kommt hinzu, dass die unterschiedlichen KI-Chat-Systeme auch auf unterschiedliche Faktoren reagieren. Während Google sich recht bald als wichtigster Player unter den Suchmaschinen herausgestellt hat, ist die Anzahl der unterschiedlichen KI-Chat-Systeme enorm. Egal ob Gemini, ChatGPT, Perplexity oder Claude, sie alle funktionieren doch erheblich unterschiedlich und antworten auf identische Prompts teilweise komplett verschieden – weil sie unterschiedliche Quellen heranziehen und unterschiedliche Quellen als vertrauenswürdig/relevant einstufen. Nachfolgend möchten wir ein paar persönliche Beobachtungen mit Ihnen teilen, welche Faktoren bei Perplexity.ai, Gemini und ChatGPT unseres Erachtens wichtig sind und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden.
1. ChatGPT – der KI-Vorreiter
Mit dem Release von ChatGPT 3.5 im Herbst 2022 hat der KI-Hype einst so richtig Fahrt aufgenommen. ChatGPT steht seither teilweise als Synonym für sogenannte Large Langue Modells (LLM), obwohl mittlerweile unzählige andere Systeme existieren, die nichts mit dem LLM der Firma OpenAI zu tun haben.
Grundsätzlich wurde die künstliche Intelligenz ChatGPT mit einem enormem Sammelsurium an Trainingsdaten trainiert. Die meisten Abfragen versucht ChatGPT mit Hilfe dieser Trainingsdaten zu beantworten. Nur wenn das nicht zufriedenstellend möglich ist, wird eine Websuche initiiert. Bei dieser Websuche griff ChatGPT aufgrund einer Kooperation zwischen OpenAI und Microsoft lange auf den Suchindex der Suchmaschine Bing zurück. Hinweise aus Juli 2025 deuten allerdings darauf hin, dass seit geraumer Zeit möglicherweise doch der Google Index als Quelle herangezogen wird.
Der Erfahrung nach ändern sich die Antworten bei ChatGPT recht rasch. Bereits nach wenigen Tagen, kann die Antwort auf einen Prompt komplett anders ausfallen, selbst wenn der Prompt komplett identisch bleibt. Die Vermutung liegt nahe, dass das zahlreiche Nutzer-Feedback, die Antworten rascher verändern lässt, als in den meisten anderen KI-Chat-Systemen.
2. Gemini – Googles gelungener Versuch die Vormachtstellung zurückzugewinnen
Gemini ist die KI aus dem Hause Google. Aktuell macht Gemini vor allem durch seine Bildgenerierungs-KI „Nano Banana“ auf sich aufmerksam. Gemini ist auch die Basis für den neuen Modus „KI-Suche“ der klassischen Google-Suchmaschine und auch die Basis für die AI Overviews in den Google Suchergebnissen. Selbstverständlich greift Gemini bei allen Websuchen auf den Google-Index zurück. Und dennoch können sich die Antworten aus den AI Overviews von jenen der KI-Suche oder dem Gemini Chat teilweise erheblich unterscheiden.
Auffällig ist, dass Gemini bei manchen (vor allem sehr spezifischen) Prompts direkt auf externe Websites verweist und keine eigene Antwort generiert. Ein gutes Google-Ranking (durch SEO) ist für die Nennung in Gemini sicher kein Nachteil. Sehr häufig korrelieren Google Ranking und Erwähnung in Gemini miteinander. Dennoch werden auch hier Erwähnungen auf Fremdwebsites immer entscheidender werden, um in den Chat-Antworten von Gemini vorzukommen.
3. Perplexity.ai – die Suchmaschine unter den KI-Chats
Bezüglich Nutzererfahrung (User Experience) erinnert Perplexity.ai am stärkten an die alte Google Suchmaschine. Perplexity.ai legt großen Wert auf Transparenz und nennt in der Regel auch die meisten Quellen. Zwar greift auch Perplexity auf den Bing-Index zurück, dennoch unterscheiden sich die Antworten von Perplexity sehr häufig von jenen Geminis und ChatGPTs. Perplexity scheint bei Anbietern vor allem auf Dritt-Quellen zu vertrauen und hier insbesondere auf Branchenverzeichnisse und andere Firmen-Listings.
Auffällig ist, dass Perplexity am besten mit wenigen Informationen zurecht kommt und das Web sehr genau durchforstet. Ein paar wenige Informationen im Netz genügen Perplexity bereits, um eine Antwort daraus zu generieren. Nennungen im Chat von Perplexity lassen sich aktuell am leichtesten erzielen.
ChatGPT

Gemini

Perplexity

Wann auf SEO und wann auf GEO setzen?
Google ist auch im Jahr 2026 noch Marktführer und die meisten Suchanfragen werden direkt in der Google Suchmaschine getätigt. LLMs wie ChatGPT und Co. sind aber eindeutig auf der Überholspur. In den vergangenen 3 Jahren sind zahlreiche Personen (inklusive mir) von der Google-Suchmaschine auf KI-Chats umgestiegen. Gewöhnheit und Halluzinationen sind derzeit noch die beiden größten Pluspunkte für Google.
Grundsätzlich sind also sowohl SEO als auch GEO als Marketing-Strategie für Unternehmen sinnvoll.
Wer sollte den Schwerpunkt auf SEO legen?
Unternehmen die Klicks auf die eigene Website erzielen wollen, weil sie dort ihre Angebote per Shop verkaufen, werden weiterhin auf Suchmaschinenoptimierung setzen müssen. Bei Prompts in KI-Chat-Systemen handelt es sich nämlich vornehmlich um sogenannte Zero-Click-Searches, die zu keinen nennenswerten Website-Klicks führen. Für transaktionale Suchanfragen greifen die meisten Nutzer aus diesem Grund auch weiterhin eher auf Google zurück.
Als grobe Faustregel gilt: Wenn Ihr Unternehmen Google-Ads (Suchnetzwerk) in Erwägung zieht, dann lohnt sich auch Suchmaschinenoptimierung weiterhin.
Wer sollte den Schwerpunkt auf GEO legen?
Generative KI ist die Zukunft der Informationsbeschaffung. Wenn Sie keinen Shop beitreiben und nicht zwangsläufig auf Website-Besucher angewiesen sind, ist GEO definitiv die auf lange Sicht gewinnbringendere Strategie. Allerdings sollten Sie hier eine möglichst breite Optimierung vornehmen, damit Ihr Unternehmen nicht nur in einem LLM wie ChatGPT, sondern in möglichst allen relevanten LLMs (Gemini, Claude, Perplexity, CoPilot, LLaMA, Mistral …) genannt wird.
Die MHT Vertriebsdienstleistungs GmbH ist eine Sales Agentur aus Wien mit zusätzlichen Kompetenzen im Digital Marketing. Wir versuchen Sales und Marketing miteinander zu vereinen und strategisch zu optimieren. Besonders Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Generative Engine Optimization (GEO) sind wichtige Säulen um laufend Neukunden zu gewinnen.